Die Familienzeitung jetzt auch Online
Liebe Mitglieder und Freunde des Mulotschen Familienverbandes,
ich betreue nun schon seit einigen Jahren die Webseite des Familienverbandes, die hier viele Informationen zu unserem Verband umfasst. Obwohl mir häufig die Zeit fehlt, regelmäßig neue Inhalte auf der Seite zu integrieren, konnte ein Projekt nun endlich abgeschlossen werden: seit kurzem sind die Ausgaben der Familienzeitung auch online zu finden. Ralf Mulot hat mich dabei von Anfang an unterstützt. Von ihm bekam ich die Ausgaben der letzten Jahre zur Verfügung gestellt.
Anfang 2017 bot sich mir die Möglichkeit, auch die älteren Ausgaben der Familienzeitung auszuleihen. Bärbel und Eckhard Mülot aus Ebersbach (Sachsen) sind im Besitz eines fast kompletten Archives der Zeitung, das sie mir zum Digitalisieren zur Verfügung gestellt haben. Die noch fehlenden Nummern 108 und 109 sowie das Inhaltsverzeichnis von Nr. 1 – 50 fanden sich dann bei Hans Förstemann in Kronach (Bayern), so dass zurzeit nur noch die Ausgabe Nr. 79 fehlt. Sollte ein Familienmitglied diese Ausgabe besitzen, würde ich mich freuen, wenn er/sie sich bei mir meldet um das Archiv vervollständigen zu können.
Als mir Eckhard Mülot die Zeitungen übergab, war ich mir noch nicht über den Umfang der Arbeiten im Klaren. Es handelt sich ja um mehr als 1000 Seiten, die eingescannt und bearbeitet werden mussten. Also frisch ans Werk und Seite für Seite in den Scanner gelegt, dann die Bilddateien mehr oder weniger aufwendig bearbeitet und jede einzelne als PDF-Datei abgespeichert. Zu guter Letzt noch alle Seiten der jeweiligen Ausgabe wieder zu einer kompletten PDF-Datei zusammenfügen und fertig ist eine Familienzeitung, die noch auf die Webseite hochgeladen und eingebunden werden muss. Und das Ganze etwa einhundert Mal wiederholen. Da die Familienzeitungen teilweise schon ein beträchtliches Alter haben, Zeitung Nr. 1 stammt vom Februar 1955 und ist schon über 60 Jahre alt, gestaltete sich die Bearbeitung aufwendiger als gedacht. Dazu lagen auch Eckhard Mülot einige Ausgaben nur in Kopie vor. Ich habe mich bemüht, alle Beschädigungen, die handschriftlichen Anmerkungen und Verschmutzungen so gut wie möglich zu beseitigen. Leider fällt mir beim Betrachten mancher Ausgaben dann doch noch der eine oder andere Fehler auf, aber im Großen und Ganzen ist das Ergebnis ganz passabel. Schaut es euch doch einfach selbst einmal an.
Bestanden die ersten Ausgaben der Familienzeitung noch aus 4 Seiten, wurden daraus schnell 8 und dann 12 Seiten. Es gab natürlich immer mal ein paar Ausnahmen. So ist die Familienzeitung Nr. 77 mit 24 Seiten die Umfangreichste, da es sich dabei um eine Doppelausgabe für Juli 1992 und Januar 1993 handelt. Ein Problem bereitete mir die Familienzeitung Nr. 73. In dieser Ausgabe sind die Seiten 7 und 8 im Format A3 quer ausgeführt. Seite 7 ist dabei eine Leerseite. Ich musste aus technischen Gründen dann Seite 8 teilen. Sie ist jetzt in der Onlineausgabe auf die Seiten 7 und 8 aufgeteilt. Eventuell werde ich das noch einmal ändern und die Doppelseite zusammenfügen. Nachdem alle verfügbaren Familienzeitungen auf der Webseite zum Download bereitstehen, gibt es zusätzlich auch noch eine Funktion zum direkten Lesen der Ausgaben.
Neben der Beschaffenheit der Zeitung habe ich mich beim Digitalisieren, nahezu zwangsläufig, auch mit dem Inhalt einiger Ausgaben befasst. Dadurch habe ich viele Informationen zu unserem Familienverband erhalten. Besonders interessant fand ich die Entwicklung der Familientage. Wurde anfangs der Familientag dazu genutzt, sich persönlich kennenzulernen, entwickelten sich bald darauf die Familientage immer mehr zu kleinen Events. Es wurde ein umfangreiches Programm mit vielen Besichtigungen und Veranstaltungen geplant. Zu jedem Familientag gab es im Anschluss einen Artikel in der Familienzeitung. Die Berichte der ersten Treffen kamen aus der Feder von Walter Mulot. Doch schon ab dem 4. Familientag 1960 in Bad Homburg (Ausgabe Nr. 14 vom Januar 1961 Artikel von Oskar und Sophie Mulot) verfassten Mitglieder des Familienverbandes die interessanten Beiträge, die ab dem 5. Familientag 1963 in Kassel (Ausgabe Nr. 19 vom Juli 1963) auch mit vielen schönen Fotos illustriert wurden. Aber auch die Jugend des Familienverbandes kommt beim Verfassen der Berichte zum Zug. In Nr. 49 ist nach dem Bericht zum Familientag die „Subjektive Betrachtung eines Jugendlichen“ von Hermann Mulot lesenswert. Aber auch der Artikel „Jugendprogramm 1980 Bielefeld“ von Carola Mulot (Ausgabe Nr. 53 vom Juli 1980) und der „Miniaturbericht von Max und Leo Engels“ vom 27. Familientag 2006 in Potsdam sind eine abwechslungsreiche Lektüre.
Interessant sind auch einige Besonderheiten der Familientage. So war das bisher längste Familientreffen der 8. Familientag in Berlin (Ausgabe Nr. 29 vom Juli 1968). Er dauerte 5 Tage. Hingegen ist der 18. Familientag in Offenburg (Ausgabe Nr. 69 vom Juli 1988) mit nur 21 Familienmitgliedern wohl der mit der geringsten Beteiligung.
Anhand der einzelnen Familientage spiegelt sich auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wieder. So beliefen sich die voraussichtlichen Kosten für den 2. Familientag 1956 in Vasbeck auf 12,50 DM (Ausgabe Nr. 4 vom Juli 1956).
Zitat: ...Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten vom Samstag Nachmittag bis Montag Vormittag betragen insgesamt DM 12,50. (2 mal Nachmittagskaffee, 2 mal Abendessen, 2 mal Morgenkaffee, 1 mal Mittagessen und 2 Übernachtungen.)...
Für den 14. Familientag 1980 in Bielefeld, also 24 Jahre später, lagen die Kosten dann bei ca. 200,00 DM pro Person (Ausgabe Nr. 52 vom Januar 1980).
Zitat: ...Die Zimmer werden inclusive Frühstück pauschal mit DM 27,-- berechnet, Aufschlag für Zimmer mit Dusche und WC. Die Gesamtkosten des Familientages werden pro Person ca. 200 DM betragen...
Noch einmal 30 Jahre später, beim 29. Familientag 2010 in Nürnberg mussten die Teilnehmer mit Kosten von ca. 200 € rechnen (Ausgabe Nr. 110 vom September 2009).
Eine sehr schöne Zusammenfassung der Ereignisse aller Familientage beschreibt die Artikelserie „Eine kurze Geschichte der Familientage“ von Ralf Mulot (Ausgabe Nr. 115 vom April 2012, Ausgabe Nr. 117. vom Juni 2013, Ausgabe Nr. 118 vom April 2014, Ausgabe Nr. 121 vom März 2016 und Ausgabe Nr. 123 vom Juli 2017).
Aber nicht nur in den Beträgen zu den Familientagen findet man Neues und Interessantes. Es gibt unzählige, sehr gut recherchierte Artikel zu unseren Vorfahren und deren Lebensweise. Dazu kommen viele Beiträge zu Veranstaltungen, Geburtstagen und aktuellen Ereignissen rund um den Familienverband. So hat mich der Bericht von Gabi, Günter und Sven Mülot von ihren Erlebnissen und Problemen beim Elbehochwasser im August 2002 (Ausgabe Nr. 97 vom Januar 2003) aber auch die Hilfsbereitschaft vieler Mitglieder des Familienverbandes tief berührt.
Äußerst interessant fand ich auch den Artikel von Dr. Wolfgang Müller-Mulot „Mit welcher Münze bezahlte unser Ahnherr Jean Mulot“ in dem das Münzwesen in Frankreich des 17. Jahrhunderts beschrieben wird (Ausgabe Nr. 48 vom Januar 1978). Viele der hier vorgestellten Münzen kannte ich bislang nur aus der Literatur. Ein anderer, nicht weniger interessanter Beitrag ist eine Abhandlung über die Wappenkunde anhand des Mulotschen Familienwappens von Heinz Mülot (Ausgabe Nr. 92 vom Juli 2000). Einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren gibt auch das Protokoll eines Strafprozessverfahrens „Gesinnungsüberwachung in Frankreich nach 1685“ (Ausgabe Nr. 75 vom Juli 1991). Und noch zwei andere Artikel möchte ich hier erwähnen: Zum einen „Signatures Parlantes d'Artisans“ (Ausgabe Nr. 56 vom Januar 1982) zum Thema Unterschriften und Signaturen und zum anderen die Artikelserie „Notizen über das Leben im Gebiet der Stadt Marle und in der Thierache im 17. und 18. Jahrhundert“ (Ausgabe Nr. 62 vom Januar 1985 und Ausgabe Nr. 63 vom Juli 1985). In dieser Artikelserie trug Janine Mulot interessante Fakten zur Lebensweise unserer Vorfahren in Frankreich zusammen. Aber auch über aktuelle Themen kann man hier und da in der Familienzeitung etwas lesen. Besonders möchte ich an dieser Stelle den Beitrag „Wie soll ich heißen?“ zum neuen Namensrecht erwähnen (Ausgabe Nr. 53 vom Juli 1980). Hier wird sehr ausführlich über die Veränderung im deutschen Namensrecht nach dem 1. Juli 1976 eingegangen.
All diese Artikel und Berichte haben unsere Familienzeitung über die Jahre zu einem kleinen Archiv der (Familien-)Geschichte werden lassen. Daher möchte ich zum Schluss vor allem den zahlreichen Autoren und Beteiligten unserer Familienzeitung danken. Neben vielen Familienmitgliedern, die einen oder mehrere Artikel für die Familienzeitung verfassten, sind Walter Mulot, Dr. Wolfgang Müller-Mulot, Heinz Mülot, Marcel Mulot, Ralf Mulot und Hans Förstemann mit zahlreichen Beiträgen und Berichten in der Familienzeitung vertreten. Dazu kommen die Grafiken von Willy Mulot, die viele Beiträge illustrieren.
Für mich war es einerseits zwar Arbeit, die Digitalisierung der Zeitungen zu übernehmen, aber ich habe auch viel gelernt und spannende Einblicke erhalten. Deshalb hoffe ich, mit diesen Zeilen bei dem Einen oder Anderen das Interesse geweckt zu haben, sich wieder einmal unsere Familienzeitungen anzusehen. Ich kann nur sagen, es lohnt sich!